Sprache der Natur

Meiner Arbeit liegt ein kommunikativer Naturbegriff zugrunde. Ich verstehe Natur immer mehr als ein Stoffwechselfeld, nicht nur materieller und energetischer Prozesse, sondern auch als Feld eines Informationsstoffwechsels. Innerhalb dieses Konzeptes schenke ich den Wuchsformen der Pflanzen, Tierspuren und mineralischen Strukturen eine besondere Aufmerksamkeit. Diese Lebensspuren, Bildebewegungen, Zeitablagerungen sind spezifische Zeichen, Signaturen, Gesten einer semantischen Sinnesqualität der Natur. Es die Körpersprache der Natur, als Ausdruck von Lebensprozessen. Diese Sprache vermittelt sich über ihr Eingeschrieben-Sein in die Materialität der Naturdinge, als ihre Inschrift. In der mimetischen Annäherung an diese Natursprache übersetzte ich die Formen in künstlerische Zeichen und Signaturen. Dabei wird die Kunst zur Trägersubstanz einer Syntax natürlicher Zeichensysteme.

Ich kannte ihn noch, als er aus lauter Tieren bestand. Jetzt ist er zum Schachtelhalm herangewachsen. Elias Canetti


Sprache der Bäume/Artenschrift I.

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Sprache der BÄUme/Artenschrift I., Werkkomplex: Baumschriften

1. Berichte aus den Wäldern
Aus den Wuchsformen, Verzweigungssystemen, dem Spiel mit Ästen und Verästelungen entwickelte ich Schriftzeichen und -bilder von bisher 12 Baumarten …

  • Material: Zweige von 12 Baumarten, 12 Objektkästen,
    50x70x5 cm
  • Jahr: 1991

Sprache der Bäume/Artenschrift II.

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Sprache der BÄume/Artenschrift II., Werkkomplex: Baumschriften

2. Brieffreundschaft mit Bäumen

  • Material: 12 Briefe, Graphit auf je 2 Bögen Briefpapier, frankierter und gestempelter Briefumschlag
    75x25 cm
  • Jahr: 1991

Erdgedächtnis - mnemonische Zeichen

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ErdgedÄchtnis - mnemonische Zeichen

Die Steine mit ihren Quarzadern sind Inschriften von Erdprozessen, Niederschriften der Erdgeschichte.
Der Entstehungsprozess dieser Kiesel hat erdgeschichtliche Dimensionen: tektonische Bewegungen von Gesteinsmassen, Wärmeprozesse - Steinschmelze, Abkühlung und Kristallisation, Ablagerungen, Eruption, Fließ - und Schleifbewegungen im Wasser…

  • Ort: Gerhard-Marcks-Haus, Bremen
  • Jahr: 2001

Der kleine Kalligraph

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Der kleine Kalligraph

1. Lyonetia clerkella L. –Schlangenminiermotte, 7-9mm. Ist in ganz Europa und Nordafrika von den Niederungen bis zu den oberen Waldgrenzen verbreitet und bildet entsprechend den klimatischen Verhältnissen ein bis drei Generationen. Die letzte Generation überwintert von September bis April. Die Raupen bilden auf den Blättern der Bäume mit ihren Minen charakteristische Bilder. Wir finden sie meist auf Kirsch- und Apfelbäumen und anderen Gewächsen der Familie Rosaceae.
Die Fraßgänge der Raupen sind eine Geste ihres Lebensweges, ihre Lebenslinien - Biographie als Kalligraphie. Der kleine Kalligraph - Blattminiermotte

  • Jahr: 2007

Weinranken, semiotisch

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Weinranken, semiotisch

  • Material: Weinranken unter geschliffenem Papier
    70x 50 cm
  • Jahr: 1997

CopySinfonie - eine Raumnotation

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CopySinfonie - eine Raumnotation

Der Anfang: Ich gehe querfeldein, Stoppelfelder, Maisfelder -winterlich. Der Schnee hat über die Landschaft eine dünne weiße Haut gelegt. Aber der Schnee verdeckt nicht nur – er legt auch offen: Die Strukturen der winterlichen Vegetation, die Spuren der landwirtschaftlichen Nutzung. Deutlich erkennbar die strenge Reihung der Aussaat…

  • Material: Fotokopien, Schnüre, gefärbte Mais-Stoppeln, Ton und Erde
  • Ort: Raum Installation mit Konzertreihe, Angestelltenkammer Bremen
  • Jahr: 1990